Feuer & Flamme für die Kinderfeuerwehr: Zehn Fragen an Laura und Alex

Vor zehn Jahren wurde mit der Kinderfeuerwehr Kirch-/Westerweyhe die erste Kinderfeuerwehr im Landkreis Uelzen gegründet. Die Gründung der KF Kirch-/Westerweyhe gilt heute als beispielhaft und war Vorbild für viele weitere Gründungen. Mittlerweile gibt es bei uns im Landkreis zwölf Kinderfeuerwehren mit insgesamt 197 Kindern. Die Kinderfeuerwehren im Landkreis Uelzen leisten einen wichtigen Beitrag für den Fortbestand der Jugendfeuerwehren und haben dadurch – langfristig gesehen – auch einen Einfluss auf die Mitgliederentwicklungen der freiwilligen Feuerwehren. Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass einige Kirch-/Westerweyher-Kinder – die bereits bei der Gründung der KF mit dabei gewesen und anschließend die Jugendfeuerwehr durchliefen – inzwischen fester Bestandteil der aktiven Einsatzabteilung sind.


Die beiden Kinderfeuerwehrwartinnen Laura Meiritz und Alexandra Müller haben die Kinderfeuerwehr vor genau zehn Jahren gegründet und sind immer noch mit vollem Einsatz mit von der Partie. Alexandra Müller ist darüber hinaus auch noch als “stellv. Fachbereichsleiterin Kinderfeuerwehren” im Kreis-Jugendfeuerwehr-Ausschuss tätig. Für ihr außerordentliches Engagement wurden beide inzwischen mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen ausgezeichnet.


Im Jubiläumsjahr haben wir daher ein kleines Interview mit den beiden geführt welches wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten:

  1. Wie seid ihr auf die Idee gekommen die erste Kinderfeuerwehr innerhalb des Landkreises Uelzen zu gründen?
    „In unserer Jugendfeuerwehr zeigten sich langsam Nachwuchssorgen und wir hatten Lust schon jüngere Kinder für die Feuerwehr zu begeistern.”


  2. Was hielten die beiden Ortskommandos und die Verwaltung der Hansestadt Uelzen von der Idee eine Kinderfeuerwehr zu gründen? Musstet ihr anfangs viel Überzeugungsarbeit leisten?
    „Die beiden Ortskommandos waren von der Idee begeistert. Die Verwaltung der Hansestadt Uelzen fand die Idee auch gut, allerdings musste zuerst die Satzung der Feuerwehren geändert werden. Der damalige stellvertretende Stadtbrandmeister Hans Stein hat uns dabei gut unterstützt und die Satzungsänderung vorangetrieben.”


  3. Wie habt ihr auf das neue Angebot aufmerksam gemacht und wodurch konntet ihr eure ersten Mitglieder gewinnen?
    „Wir haben einen Schnupperdienst gemacht, für den wir Werbung in Form von Flyern und Plakaten gemacht haben. Einige der Schnupperkinder sind dann direkt zu unserem ersten Dienst gekommen.”


  4. Mit welchen Themen beschäftigt man sich innerhalb der Kinderfeuerwehr, wie häufig trefft ihr euch und wie muss man sich einen typischen Dienst bei euch vorstellen?
    „Wir treffen uns alle 14 Tage und beschäftigen uns mit Themen rund um die Brandschutzerziehung, Erste Hilfe, Verkehrserziehung, Basteln, Sport und Feuerwehrtechnik. Gemeinschaftsaktionen, wie z.B. eine Dorfrallye oder eine Fahrradtour stehen genauso auf dem Programm wie ein Zeltlager in den Sommerferien.
    Unsere Dienste beginnen mit der Begrüßung und der Besprechung des heutigen Themas. Anschließend erfolgt ggf. eine Aufteilung in kleinere Gruppen und die praktische Umsetzung des Themas (z.B. Feuerwehrknoten üben). Zum Ende unserer Dienstzeit machen wir meist ein Abschlussspiel.”


  5. Es gab Zeiten in denen es bei der Kinderfeuerwehr eine Art Aufnahmestopp gegeben hat. Was war hierfür der Auslöser und wie geht man damit um?
    „Mit über 30 Kindern und nur 4 Betreuern war für uns eine Grenze erreicht, die uns zu einem Aufnahmestopp bewogen hat. Vor allem in den Wintermonaten hatten wir echte Platzprobleme im Gerätehaus und dann ist es schwierig alle Kinder gleichzeitig zu unterrichten, zu basteln oder Aufgaben lösen zu lassen.
    Wir haben die Kinder auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet und je nach Wohnort auch zur Kinderfeuerwehr Veerßen geschickt.”


  6. Was waren die bisher größten Herausforderungen mit denen ihr bei der Kinderfeuerwehr konfrontiert wurdet?
    „In der ersten Zeit waren die größten Herausforderungen passende Dienstthemen zu finden, die alle Kinder von 6 bis 10 Jahren gleichermaßen interessiert, aber nicht überfordert. Dies hat sich aber nach einiger Zeit gut eingespielt. Inzwischen sind die größten Herausforderungen bei Zeltlagern alle Nahrungsmittelallergien zu berücksichtigen.”


  7. Was war euer bisher schönstes Erlebnis innerhalb der Kinderfeuerwehr?
    „Unser 5-jähriges Jubiläum: Nach einem gemütlichen Nachmittag mit den Kindern hat die Stadtjugendfeuerwehr einen Nacht-Orientierungmarsch für uns auf die Beine gestellt. Dort hatten die Kinder riesigen Spaß. Anschließend haben wir im Gerätehaus übernachtet. Am nächsten Tag haben wir unsere Kinderflämmchen-Abnahme gehabt und am Nachmittag hatten wir unsere offizielle Jubiläumsfeier. Das war ein tolles Erlebnis, bei dem der Spaß und die gemeinschaftlichen Aktionen im Vordergrund standen. Außerdem merkte man hier die Unterstützung der Wehren und der Stadtjugendfeuerwehr sehr deutlich.”


  8. Der Umgang mit einem Rudel Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren bringt mit Sicherheit viel Action mit sich und führt einen wahrscheinlich nicht selten an die Grenze der eigenen persönlichen Belastbarkeit. Was ist euer Erfolgsrezept für die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen und wie schafft man es sich und sein Betreuerteam zu motivieren?
    „Wir beziehen alle Betreuer bei den Planungen der Dienste uns Veranstaltungen aktiv mit ein und berücksichtigen dabei die persönlichen Stärken jedes Betreuers. Wir überlegen uns immer wieder neue Dienstthemen, sodass es uns nicht langweilig wird. Außerdem teilen wir bei unseren Diensten chaotische Kinder untereinander auf.”


  9. Weshalb lohnt es sich als Kind in die Kinderfeuerwehr zu gehen? Bzw. Weshalb würdet ihr Eltern dazu raten ihr Kind in der Kinderfeuerwehr anzumelden?
    „Wir machen sehr viele unterschiedliche Dienste, sodass keine Langeweile aufkommt. Außerdem steht das Mitmachen bei uns im Vordergrund – alle Kinder sollen aktiv dabei sein und nicht nur zuschauen.
    Für die Eltern ist es eine tolle Bereicherung, da wir viele wichtige Dinge lernen, die spielerisch und kindgerecht verpackt sind. So haben die Kinder viel Spaß beim Lernen.”


  10. Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
    „Weiterhin so fröhliche Kinder, so hilfsbereite Eltern, so motivierte Betreuer und solch einen Rückhalt in den Wehren wie bisher. Zusätzlich wünschen wir uns einen männlichen Betreuer (vor allem für Sport, Schwimmen und Zeltlager sehr wichtig) und eine Akustikdecke für das Gerätehaus in Kirchweyhe.”

Die FF Kirchweyhe wünscht der KF Kirch-/Westerweyhe zu ihrem 10-jährigen Jubiläum alles erdenklich Gute und weiterhin ganz viel Spaß und Freude.

v.l.n.r.: Laura Meiritz, Alexandra Müller

Max Schulz